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Faszientraining Teil III

Nachdem im zweiten Teil das Training der Rebound Elasticity (katapultartig federnde Eigenschaft der Faszien)  und das Fascial Stretching (Dehnen von Muskelketten) behandelt wurden, werden in diesem Beitrag zwei weitere wichtige Trainingsprinzipien behandelt. Diese nennen sich Fluid Refinement und Fascial Release. Besonders das Fascial Releasing, also das Training mit der Faszienrolle erfreut sich eines stetig wachsenden Bekanntheitsgrades. Doch was genau macht das Training mit der Faszienrolle so effektiv? Diese Frage wird im Laufe des Beitrages beantwortet.

Bewusste Körperwahrnehmung

Zunächst einmal gilt es jedoch zu klären, was es mit dem Fluid Refinement auf sich hat. Diese Methode beinhaltet das Training der Propiorezeption. Einfacher gesagt: es geht um Körperwahrnehmung. Unzählige Rezeptoren, die für die Selbstwahrnehmung zuständig sind, werden nämlich vom Bindegewebe beherbergt. Um diese zu beanspruchen, bedarf es komplexer dreidimensionaler Bewegungen, bei denen sich ganz bewusst auf die Wahrnehmung der einzelnen Gliedmaßen, Gelenkstellungen und Bewegungen konzentriert wird. Das Fluid Refinement ist also kein stures Bewegungsprogramm, sondern zielt auf fließende Komplexe Bewegungen ab, die die Faszien in ständige Bewegung bringen und damit die, darin enthaltenen, Rezeptoren trainieren. Zugegeben, diese Trainingsmethode wirkt etwas befremdlich und ist für den allgemeinen Trainingsgebrauch weniger geeignet als für ein Training unter Anweisung.

Rollen für Entspannung und Schmerzfreiheit

Das Fascial Releasing, also das Training mit der Faszienrolle hingegen ist wesentlich massentauglicher. Doch warum erfreut sich das „Ausrollen“ der Muskulatur mit BlackRolls und anderes Faszienrollen so starker Beliebtheit? Der Grund dafür sind die sofortigen Resultate, die selbst nach einmaligem Rollen schon auftreten.  So ist das bessere Körpergefühl, die entspanntere Muskulatur und die bessere Durchblutung und die verbesserte Beweglichkeit sofort nach dem Rollen spürbar und spornt zum Wiederholen dieser Praktik an. Im Beitrag „Faszientraining – Teil I“ wurde auf die Gründe für verklebte Faszien und deren Zusammenhang mit Fehlhaltung und einseitiger Belastung eingegangen. Genau diese Verklebung des Bindegewebes lässt sich durch das Rollen mit der Faszienrolle lösen und führt zu verbesserter Beweglichkeit und Entspannung der betroffenen Körperpartie. Damit lassen sich sogar oftmals Gelenk-, Nacken- und Rückenschmerzen beheben. Doch auch für Sportler bietet das Fascial Releasing einige Vorteile. So wird die Durchblutung der Muskulatur durch das Rollen erhöht und führt dadurch zu erhöhter Kraftleistung, bei Anwendung vor dem Training. Außerdem kann das Lösen der Verklebungen durch Anwendung vor dem Training zu verbesserter Beweglichkeit beim Training führen. Doch auch die Anwendung nach dem Training bringt Vorteile mit sich. So trägt die Durchblutungserhöhung durch das Rollen aktiv zur Muskelentspannung bei und hilft bei der Regeneration.

Fazit:

Das Rollen mit der Faszienrolle ist der wahrscheinlich effektivste und einfachste Weg Faszientraining für sich nutzbar zu machen. Nicht nur Sportler, sondern auch alle Personen, die einseitigen Belastungen ausgesetzt sind oder einen Schreibtischjob ausüben können von dieser Praktik profitieren. Sei es durch Reduzierung von Schmerzsymptomen, verbesserte Beweglichkeit, Regeneration nach dem Training, oder einfach Entspannung- das Rollen mit der Faszienrolle kann jedem helfen.

Unser Tipp:

Sobald Ihr eine schmerzhafte Stelle an der Muskulatur findet, solltet Ihr an dieser Stelle so lange Druck mit der Rolle ausüben, bis der Schmerz sich langsam verflüchtigt. Vor Allem die oftmals verspannte Beinmuskulatur im Bereich des vorderen Oberschenkels und der Wade sind meist von diesen schmerzhaften Stellen durchzogen. Das Rollen kann bis zu dreimal täglich ausgeführt werden.

Viel Spaß beim Ausprobieren und gute Erholung wünschen Euch Eure Personal Trainer aus Dresden!